Kaufsucht-Test: Bin ich kaufsüchtig oder nur ein Shopaholic?

Kaufsucht-Test: Bin ich kaufsüchtig oder nur ein Shopaholic?

Hast du die Kontrolle verloren?

Frau mit Handtasche hat Kaufsucht und ist kaufsüchtig

Kaufsucht-Test: Bin ich kaufsüchtig oder nur ein Shopaholic?

Hast du die Kontrolle verloren?

© Pexels

Bin ich kaufsüchtig, wenn ich mehrmals die Woche einkaufe? Kaufsucht ist eine ernste, wenn auch noch recht unerforschte Zwangsstörung. Hier findest du einen Kaufsucht-Test, der erste Anzeichen eines Kaufzwangs liefern kann und im folgenden Text erhältst du mehr Informationen zu Anzeichen, Ursachen, Folgen und Therapie der Suchterkrankung.

Kaufsucht Definition

Die Kaufsucht wird in der Fachsprache auch Oniomanie genannt und ist eine psychische Störung, die zu der Gattung der Zwangsstörungen gehört. Sie ist eine nicht-stoffliche Sucht, also eine substanzungebundene Abhängigkeit, im Gegensatz zu stofflichen Abhängigkeiten durch Drogen wie Nikotin oder Alkohol. Die Handlung des Kaufens kann nicht mehr kontrolliert werden, Kaufsüchtige klagen oft über impulshaftes Verhalten.

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Kaufsucht: Anzeichen für eine Zwangsstörung

Betroffene verspüren den unkontrollierbaren Drang, neue Sachen zu kaufen, obwohl sie diese eventuell gar nicht brauchen und auch oft nicht genug Geld dafür besitzen. Kaufsüchtigen geht es primär um den Akt des Kaufens. Dieser Vorgang löst ein akutes Glücksgefühl aus und sie fühlen sich im ersten Moment erleichtert und entspannt. Die gekauften Sachen stapeln sich dann aber oft nach dem Kauf unausgepackt in der Wohnung.

Die entstandene „Glücksphase“ hält mit Fortschreiten der Krankheit immer kürzer an, sodass die Abstände zwischen den Einkäufen immer kürzer werden.

Drei Phasen des Kaufzwangs

  1. Gewinnphase
    Im Anfangsstadium der Kaufsucht steht noch das gekaufte Produkt im Vordergrund, an dem man sich erfreut.
  2. Verlustphase
    Es geht immer mehr um den Kaufakt und nicht um die gekaufte Ware selbst. Die Betroffenen verlieren die Kontrolle über ihr Kaufverhalten und kaufen immer mehr in immer kürzeren Abständen. Oft müssen sie inzwischen ihr Konto überziehen.
  3. Verzweiflungsphase
    Die finanzielle Lage der Betroffenen wird immer schlimmer. Das erkennen sie, wollen sich aber die Kaufsucht und den Kontrollverlust trotzdem nicht eingestehen. In der Verzweiflung kaufen sieweiter ein, um die finanziellen Probleme zu verdrängen. Es entsteht ein Teufelskreis.
Frau mit Handtasche hat Kaufsucht und ist kaufsüchtig
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Ursachen der Kaufsucht

Kaufsucht hat wie die meisten anderen Suchterkrankungen meist psychologische Ursachen. Häufig liegt dem Kaufzwang eine Persönlichkeitsstörung zugrunde. Kaufsüchtige versuchen ihr geringes Selbstwertgefühl oder persönliche Schicksalsschläge durch Konsum auszugleichen. Das kann zu einer Zwangsstörung

Nicht nur Frauen sind kaufsüchtig

Wer glaubt, dass Kaufsucht eine typisch weibliche Störung ist, der irrt. Amerikanische Studien zeigen, dass 6 Prozent der Frauen und 5,8 Prozent der Männer in Amerika kaufsüchtig sind, etwa sieben Prozent aller Deutschen leiden unter der Zwangsstörung. Das Geschlecht und die soziale Schicht scheinen bei dieser psychischen Störung keine Rolle zu spielen.

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Kaufsucht und die Folgen

Der Zwang kann verheerende Folgen für die Betroffenen haben. Große Verschuldungen und der daraus resultierende finanzielle Ruin sind dabei nicht selten. Dafür schämen sich Kaufsüchtige und ziehen sich aus der Gesellschaft zurück. Das Ergebnis sind oft Depressionen und Selbstisolation, die nicht selten zu weiteren impulshaften Käufen führen. Viele gleiten sogar in die Kriminalität ab, um sich neue Ware leisten zu können oder fangen an, zwanghaft zu stehlen (Kleptomanie).

Die Zwangsstörung zu erkennen und sich selber einzugestehen ist ein wichtiger Schritt für die Betroffenen, um sich Hilfe suchen zu können.

Hilfe bei Kaufsucht suchen

Bei Patienten der Kaufsucht greifen verschiedene Therapiemethoden ineinander, da der Kaufzwang oft mit Depressionen, Angst- und Panikerkrankungen verbunden ist. Suchttherapeut Christian Hütt empfiehlt eine Kombination aus Einzel- und Gruppengesprächen, Verhaltenstherapie und Psychoedukation sowie Bewegung und Sport.

Er hebt außerdem hervor, dass Kaufsucht durch Psychotherapie zwar gut behandelbar sei, heilbar ist sie wie die meisten psychologischen, nicht-stofflichen Zwangsstörungen jedoch nicht. Nach der Therapie haben die Betroffenen jedoch wieder die Kontrolle über ihr Kaufverhalten. Hier findest du eine Übersicht von Beratungsstellen, die kaufsüchtige Betroffene beraten.

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