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Scheidenausfluss: Bei diesen 5 Arten des Ausflusses solltest du zum Arzt!

Wie läuft’s bei dir?

Veränderter Scheidenausfluss kann zu einer unangenehmen Sache werden.
@ Unsplash / Phi Phi
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Scheidenausfluss: Bei diesen 5 Arten des Ausflusses solltest du zum Arzt!

Wie läuft’s bei dir?

Ausfluss haben die meisten Frauen. Um die Vagina gesund und funktionsfähig zu halten, wird bei jeder Frau täglich ein wenig Scheidenflüssigkeit abgesondert. Allerdings gibt es verschiedene Arten des Scheidenausfluss – und nicht alle sind gesund. Bestimmte Gerüche oder Farben können ein Anzeichen für Intimkrankheiten sein. Welche Arten und Farben von Scheidenausfluss sind also normal und wann solltest du dringend einen Arzt aufsuchen?

In diesem Artikel:

Was ist Scheidenausfluss?
Welcher Scheidenausfluss ist normal?
Ausfluss: Symptome für Krankheiten
Ungewöhnlicher Scheidenausfluss: Welche Arten gibt es?
Scheidenausfluss: So hilft der Arzt
Veränderter Ausfluss: Vorbeugung

Was ist Scheidenausfluss?

Ausfluss (auch: Fluor vaginalis) entsteht, weil deine Scheide ihre Schleimhaut ständig erneuert. Die alten, abgestorbenen Zellen werden dann einfach abgestoßen. Der Scheidenausfluss enthält neben den abgestorbenen Zellen auch eine Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und Bakterien, die eigentlich nicht in deine Scheide gehören und so herausgespült werden.

Was bedeuten diese 5 Vaginalgerüche?

Warum habe ich Ausfluss?

Die Flüssigkeit aus deiner Scheide hat drei wichtige Funktionen:

  1. Verschluss in der Proliferationsphase
    Der, aus der Scheidenflüssigkeit gebildete Schleimpfropf, verhindert in der ersten Phase des weiblichen Zyklus, dass Spermien in eine unvorbereitete Gebärmutter eindringen. Auch Bakterien wird so der Zugang in den Uterus verwehrt.
  2. Schutz vor Krankheiten
    Außerdem schützt der Scheidenausfluss die Vagina vor Infektionen: Die enthaltenen Milchsäurebakterien helfen dabei, den pH-Wert deiner Vagina im sauren Milieu zu halten und somit die Ausbreitung von Krankheitserregern und Pilzen zu verhindern.
  3. Natürliche Reinigung
    Drittens transportiert der Scheidenausfluss auf natürlichem Weg alte Hautzellen und Schleimhaut aus dem Körper.

Welcher Scheidenausfluss ist normal?

Ausfluss muss nicht immer mit Krankheiten verbunden sein. Einige Ausflussarten sind vollkommen normal und sogar wichtig für einen gesunden Genitalbereich:

Weißfluss

Gesundes Scheidensekret ist meist weißlich und geruchlos und wird daher auch als Weißfluss bezeichnet. Menge und genaue Beschaffenheit des Sekrets können von Frau zu Frau variieren.

Dünnflüssigerer Ausfluss

Neben Stress und seelischer Belastung können vor allem hormonelle Schwankungen während des Zyklus Einfluss auf die produzierte Menge des Ausflusses haben. Vor dem Eisprung in der Zyklusmitte, sowie während einer Schwangerschaft wird durch die erhöhte Östrogenproduktion etwas mehr und dünnflüssigeres Scheidensekret abgesondert.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Scheidenausfluss normal ist, solltest du dich auf jeden Fall an einen Arzt wenden.

© Bigstock / Javier Sanchez Mingorance
© Bigstock / Javier Sanchez Mingorance

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Ausfluss: Symptome für Krankheiten

Es gibt mehrere Ursachen, wieso sich dein Scheidenausfluss verändern kann. Kommt die natürliche Vaginalflora aus der Balance, können sich unerwünschte Bakterien und Pilze ausbreiten und Entzündungen verursachen. Außerdem kann ungewöhnlicher Ausfluss auf Geschlechtskrankheiten oder Tumore hindeuten.

Ungewöhnlicher Scheidenausfluss: Welche Arten gibt es?

Du solltest vorsichtig sein, wenn sich bei dir Farbe, Geruch oder Menge der Flüssigkeit auffällig verändern. Mach in jeden Fall einen Termin beim Arzt, da ungewöhnlicher Ausfluss auch ein Anzeichen für Krankheit sein kann! Besondere Vorsicht ist bei folgenden Ausflussveränderungen geboten:

Weißer Ausfluss

  • Erscheinungsbild: weißliche Farbe des Ausflusses, krümelige Konsistenz, eventuell Jucken und Brennen der Scheide
  • Mögliche Ursache: Weißer Ausfluss kann auf eine Scheidenentzündung durch Infektionen mit Pilzen wie Candida albicans hindeuten. Laut der Pharmazeutischen Zeitung Online müssen sich drei von vier Frauen mindestens einmal im Leben damit herumschlagen. Der Arzt kann gegen den Pilz ein sogenanntes Antimyotikum verschreiben, das lokal eingesetzt wird.

Brauner Ausfluss

  • Erscheinungsbild: schleimig, hell- bis dunkelbraune Farbe des Ausflusses, Färbung kommt meist durch altes Blut
  • Mögliche Ursachen: Brauner Ausfluss kann mit Fremdkörpern wie vergessene Tampons, gutartigen Wucherungen der Schleimhaut in Scheide, Gebärmutter und Gebärmutterhals zusammenhängen

Gelber Ausfluss/ Grüner Ausfluss

  • Erscheinungsbild: gelblich-grüne Farbe, Brennen und Rötungen der Vagina
  • Mögliche Ursache: Bei einer Trichomonaden-Infektion ist gelber Ausfluss typisch. Diese Erreger sind Parasiten, die unter anderem auch beim Sex übertragen werden können. Deshalb sollte gleichzeitig auch dein Partner mit Medikamenten behandelt werden.

Blutiger Ausfluss

  • Erscheinungsbild: stark riechend, dünnflüssig, blutig (außerhalb der Regel), eventuell Schmerzen im Beckenbereich
  • Mögliche Ursachen: innere Verletzungen, Infektion durch Chlamydien oder bösartige Gewebewucherungen im Bereich der Geschlechtsorgane. Blutiger Ausfluss ist vor allem dann bedenklich, wenn es sich um frisches Blut handelt, welches durch seine hellrote Farbe erkennbar ist.

Eitriger Ausfluss

  • Erscheinungsbild: gelbliche Farbe, Eiter, unangenehmer Geruch
  • Mögliche Ursachen: Gebärmutterhalsentzündung, Entzündungen an Eileitern und Eierstöcken können mit eitrigem Ausfluss einhergehen.

Fischig-riechender Ausfluss

  • Erscheinungsbild: gräulich-weiße Farbe und strenger, fischiger Geruch, eventuell schaumige Konsistenz
  • Mögliche Ursache: Bakterielle Vaginose durch Ausbreitung von Keimen. Begleitend zur Therapie mit Antibiotika ist es besonders wichtig, dass der pH-Wert in der Vagina wieder normalisiert wird, sonst drohen Rückfälle. Hier kann eine Milchsäurekur helfen.

Scheidenausfluss: So hilft der Arzt

Wenn du bei dir eine der oberen, veränderten Formen des Ausflusses erkennst, solltest du schnell deinen Frauenarzt aufsuchen.

Er wird dir in den meisten Fällen eine Creme oder Zäpfchen verschreiben. Die Zäpfchen musst du dir in deine Scheide einführen, sie lösen sich dort auf und bringen deine Scheidenflora ins Gleichgewicht. Die Creme ist für die äußere Anwendung an deiner Scheide.

Während der Behandlung solltest du keine Tampons und Intimseifen benutzen und deine Handtücher und Unterwäsche jeden Tag wechseln. Außerdem sollten Textilien, die mit deiner Scheide in Berührung kommen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Auch wenn die Symptome schnell wieder abklingen ist es sehr wichtig, die Behandlung bis zum Ende durchzuführen, denn nur so kannst du sicher sein, dass alle Keime und Bakterien abgestorben sind.

Veränderter Ausfluss: Vorbeugung

Damit es erst gar nicht erst zu verändertem Scheidenausfluss kommt, solltest du unbedingt auf die richtige Intimhygiene achten, um deine Scheidenflora im Gleichgewicht zu halten. Wichtig ist, dass du weißt, dass deine Scheide sich von allein reinigen kann. Verzichte daher auf Intim-Deos und parfümierte Seifen und greife – wenn überhaupt – zu pH-neutralen Reinigungsmitteln. Reinige deine Vulva außerdem nur von außen und führe niemals irgendwelche Hygieneprodukte in deinen Scheidengang ein.

Wasche deine Unterwäsche bei mindestens 60 Grad, um Keime abzutöten. Außerdem solltest du synthetische Stoffe bei der Unterschwäsche vermeiden, da diese weniger Atmungsaktiv sind und sich Bakterien und Keime in einer feuchten Umgebung besonders wohl fühlen. Greife daher möglichst zu Baumwollhöschen.

Wische beim Toilettengang von vorne nach hinten ab, um eine Infektion durch Darmkeime zu vermeiden. Denn gelangen diese in deine Scheide, können sie die empfindliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und zum Beispiel zu einer bakteriellen Vaginose führen. Ein veränderter Ausfluss wäre hier mitunter eine mögliche Folge.

Zu guter Letzt: Kondome als Schutz vor Geschlechtskrankheiten sind Pflicht! Sie schützen dich nicht nur vor Krankheiten wie Gonorrhö oder Chlamydien, sondern auch vor bakteriellen Infektionen, die zum Beispiel durch Bakterien am Penis deines Geschlechtspartners ausgelöst werden können.

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Quellen:

Pharmazeutische Zeitung/Elke Wolf: Ausfluss: Von Candida, Chlamydien und Co., https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-252008/von-candida-chlamydien-und-co/, letztes Zugriffsdatum: 08.04.2019

Prof. Dr. Werner Mendling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Trichomoniasis, http://werner-mendling.de/portfolio-items/trichomoniasis/, letztes Zugriffsdatum: 08.04.2019

Äin-Red mit Unterstützung von Dr. Doris Scharrel, Weiblicher Zyklus: Wann sind die Fruchtbaren Tage? https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/weiblicher-zyklus-wann-sind-die-fruchtbaren-tage/, letztes Zugriffsdatum: 08.04.2019

Andrea Blank-Koppenleitner, Ausfluss bei der Frau – Ursachen: Gutartige Tumoren, Krebs, https://www.apotheken-umschau.de/Geschlechtskrankheiten/Ausfluss-bei-der-Frau–Ursachen-Gutartige-Tumoren-Krebs-52500_4.html, letztes Zugriffsdatum 08.04.2019

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Bakterielle Scheideninfektion, https://www.gesundheitsinformation.de/bakterielle-scheideninfektion.2589.de.html, letztes Zugriffsdatum 08.04.2019