Laut Studie: Darum lästern wir so gerne über andere

Studie: Darum lästern wir so gerne über andere

Auch eine kleine Tratschtante?

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Studie: Darum lästern wir so gerne über andere

Auch eine kleine Tratschtante?

© Pexels

Wären wir ehrlich zu uns, müssten wir uns eingestehen, dass es ohne Lästern über andere einfach nicht geht. Manche Angewohnheiten des ein oder anderen Kollegen schreien einfach förmlich danach, diskutiert zu werden. Dabei haben wir alle schon im Kindergarten gelernt, dass schlecht über andere zu reden, alles andere als eine Tugend ist. Warum aber fällt es uns so schwer es zu unterlassen? Wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen.

Wir lieben Gossip

Laut einer Studie der Michigan Universität, tratschen Jugendliche stolze 18 Mal pro Stunde. Und im Erwachsenenalter wird das nicht besser, schenkt man der Technischen Universität in Georgia glauben. Demnach sollen rund 15 Prozent aller E-Mails, die in der Arbeit verschickt werden, Klatsch und Tratsch über Kollegen oder noch beliebter, über den Arbeitgeber, enthalten. Die Quote der negativen Äußerungen soll demnach dreimal so hoch sein, wie die der Positiven.

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Lästern hat einen positiven Effekt auf unser soziales Miteinander

Aber was genau macht das Tratschen über andere so attraktiv für uns? Befragt man Wissenschaftler zu diesem Thema, sind die sich einig darüber, dass das gemeinsame Herziehen über Dritte einen positiven Effekt auf unsere Psyche hat und sogar unser soziales Miteinander fördert. Lästern über ein gemeinsames Feindbild stärkt die Beziehung und schweißt viel stärker zusammen als positive Gespräche über andere. Unterstützt wird diese Theorie durch das Ergebnis einer Studie der Cornwell-Universität in New York. Das sagt nämlich aus: Je stärker die gemeinsame Abneigung einer bestimmten Person oder Gruppe gegenüber, desto größer der Zusammenhalt.

 

Nicht zu Letzt profitiert auch das Ego

Tuscheln bekräftigt allerdings nicht nur das „Wir-Gefühl“ sondern vor allem auch das eigene Ego. Es hilft dabei eigene Werte und Annahmen zu verfestigen und zu bestätigen. Ein Beispiel: Eine Kollegin investiert ihr monatliches Gehalt sobald es auf dem Konto eingegangen ist, direkt in Schuhe und Klamotten, die sie stolz im Büro ausführt. Einer zweiten Kollegin vertraut man daraufhin privat an, dass man selbst das Geld lieber zur Seite legt und spart, satt alles auf einmal für so etwas Nichtiges wie Kleidung auf den Kopf zu hauen. Erlangt man auf diese Aussage Zustimmung, wird die Überlegenheit der eigenen Werte bestätigt und man fühlt sich gleich ein kleines bisschen besser.

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Währung: Sympathie und Vertrauenswürdigkeit

Übertreiben es Menschen jedoch mit ihrer Freude an den Unzulänglichkeiten ihrer Mitmenschen und missachten mit ihren Äußerungen jegliches Maß und Ziel, kostet sie das Vertrauenswürdigkeit und Sympathie. „Die Eigenschaften, die man an anderen Leute kritisiert, werden von den Zuhörern unbewusst auf einen selbst übertragen.“ nennt der britische Psychologe Richard Wiseman als Grund dafür, dass zu solchen Menschen auf Dauer Abstand genommen wird. „Wer sich ständig über die Misserfolge einer Person auslässt, wird von anderen irgendwann selbst als inkompetent abgestempelt.“

Zusammenfassend lässt sich sagen: Lästern hat zwar auch seine guten Seiten und wirkt manchmal befreiend, wer es allerdings übertreibt, wird, ehe er sich versieht, selbst zum Opfer von Lästerattacken.

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Elisa Berg ist Redakteurin bei Nice und schreibt als moderne Frau von heut für moderne Frauen von heute, rund um die Themen Liebe und Beziehung.

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